4 Kinder, 12 berühmte Kunstwerke, 1 Monster und viele tolle Ideen.

Kunst kann man einfach nachmalen. Wer glaubt, dass das Nachahmen von Kunstwerken verpönt ist, übersieht, dass das Kopieren von Meistern eine zentrale Rolle in der Geschichte der Malerei einnimmt. Wie inspirierend das für  Kinder sein kann, zeigt „Guck mal Kunst“.


Vier Kinder zeichnen, basteln, malen, klatschen und kleben 12 gut ausgewählte und weitgehend bekannte Bilder aus verschiedenen Epochen und Stilen nach. Der Prozess ist mit vielen Momenten fotografisch festgehalten und soll natürlich dazu anregen, diese neu entstehenden Werke wiederum als Beispiel zu nehmen. Dabei geht es für die jungen Kreativen nicht einfach nur darum, beispielsweise Mondrians „Komposition mit großer roter Fläche, Geld, Blau und Schwarz“ detailgetreu zu kopieren, sondern die Technik nachzuahmen, oder das Bild mit anderen Mitteln darzustellen.


Alles beginnt zunächst mit dem Betrachten des originalen Bildes, das in wenigen Worten mit einigen wichtigen Eigenheiten gut und auch für Erwachsene erhellend vorgestellt wird.

Durch die immer wieder neu angeregte Nachahmung der Bilder ergibt sich für die jungen Mitmachbuch-Leser eine intensive Beschäftigung mit bildender Kunst. Gleichzeitig sind die praktischen Anleitungen abwechslungsreich auf die ausgewählten Bilder abgestimmt. Als zusätzlicher roter Faden führt das grüne Monster Kokolu durch das Buch und mischt überall mit. Ein gelungenes Mitmachbuch mit Bildern von Paul Klee, Picasso, Max Ernst, Franz Marc und natürlich von den vier jungen Künstler-Kindern.

Guck mal Kunst, Ein Mitmachbuch für Kinder, Astrid Hille, Dina Schäfer, Saskia Gaymann, Belser, 2015, 72 Seiten mit 130 Abbildungen, ab 4 Jahren.

 


Der Schiet und das Frühjahr

 

Zugegeben, es ist schon gewöhnungsbedürftig, einen kleinen Hundehaufen (liebevoll „Schiet“ genannt) in der Rolle eines Helden zu sehen. Doch kaum hat man etwas über den kleinen Schiet und seine großen Liebe, den Löwenzahn, erfahren, zieht einen die seltsam gelassene und poetisch-skurrile Erzählweise in den Bann.

Alle 14 Geschichten, naiv mit einem nachhaltigen Hinterwitz von Meike Teichmann illustriert, verlassen die reale Ebene. Es gibt beseelte Tiere und Gegenstände, oder aber eine Oma, die mit ihrer Enkelin in die erste Klasse geht und der Lehrerin zum Abschied einen Himbeerbonbon schenkt. Da wundert man sich darüber, dass sich hin und wieder ein ganz normaler Alltag einmischt, einer, in dem besorgte Eltern mit dem haareverlierenden Hund zum Tierarzt laufen, sogar zweimal. Keiner stört sich daran, dass dem Tierarzt gerade zwei grüne neue Ohren wachsen. Das Kuriose des Buches wirkt keinesfalls verstörend, im Gegenteil, alle Geschichten verbreiten eine heitere Grundstimmung.


In Estland entwickelte sich „Der Schiet und das Frühjahr“ zu einem der erfolgreichsten Kinderbücher der letzten Jahre. Über den zusätzlichen Mehrwert der deutschen Ausgabe muss noch dringend informiert werden. Der klimaneutrale Druck erfolgte dank Herstellungskonzepts des Willegoos Verlags mit ökologischen Druckfarben auf Recyclingpapier mit einem wunderbar in der Hand liegenden Einband ohne Folien.

 

Der Schiet und das Frühjahr, Andrus Kivirähk, Meike Teichmann (Illus.), 2015, 82 Seiten, Hardcover, Willegoos, ab 4 Jahren.